Grundlagen der Standardisierung im Finanzbereich

 
Auf den folgenden Pages werden die Grundlagen der Standardisierung im Finanzbereich eingeführt.
 

Ein Standard ist eine Norm oder eine Anforderung, wie etwas vereinheitlicht dargestellt oder gemacht werden kann. Als Standardisierung oder Normierung wird der gesamte Prozess der «Vereinheitlichung» verstanden. Dieser Standardisierungsprozess umfasst die Evaluation, die Entwicklung, die Implementation, die Wartung und die Revision eines Standards durch die zuständigen Standardisierungsgremien (z.B. ISO)

die Bereitstellung und Bewirtschaftung der vereinheitlichten, standardisierten Objekte (z.B. einen Code, einen Identifier, eine Klassifizierung, einen Prozess oder eine elektronische Meldung) durch die zuständigen Industrie-Organisationen (z.B. SWIFT)

Standards der Finanzindustrie werden in der Regel in Form von Daten- und Meldungsstandards (z.B. durch ISO und SWIFT) zur Verfügung gestellt.

Internationale Datenstandards sind Industrie-Vereinbarungen für vereinheitlichte Daten (Informationsobjekte; Datenstrukturen; Datenelemente) und zugehörige Bewirtschaftungsverfahren der Finanzindustrie als Grundlage für die effiziente Haltung, Verteilung und Bewirtschaftung von Referenzdaten (z.B. durch SWIFT und durch die international tätigen Datenprovider wie SIX Financial Information).

    Beispiele sind:

  • Datenstandards zur Identifizierung von Finanzinstrumenten, Handelsplätzen, Währungen und Geschäftsparteien und weiteren Informationsobjekten der Finanzindustrie.
  • Datenstandards zur Typisierung von Geschäftsparteien, Finanzinstrumenten und Finanzprodukten und weiteren Informationsobjekten der Finanzindustrie.
  • Datenstandards zur Nummerierung von Cash und Securities Accounts und weiteren Informationsobjekten der Finanzindustrie.

 

Internationale Meldungsstandards sind Industrie-Vereinbarungen für die Prozessabwicklung der Finanzindustrie als Grundlage für die effiziente elektronische Kommunikation in den globalen  Kommunikationsnetzwerken der Finanzindustrie.

 Beispiele sind:

  • Meldungs-Standards für die operativen Prozesse der internationalen Transaktionsabwicklung z.B. in den Geschäftsbereichen Payments, Securities, Funds, Treasury Products und Trade Finance.
  • Meldungs-Standards für die internationalen Reporting- und Reconciliation-Prozesse unter den Marktteilnehmern z.B. über den Status von fianziellen Positionen und Trans­aktionen.
  • Meldungs-Standards für die internationalen Prozesse zur Verteilung und Bewirtschaftung von Referenzdaten z.B. über Kurse, Finanzprodukte, Finanzinstrumente und Finanzmarkt-Teilnehmer.

 

 

Mit der Schweizerischen Normenvereinigung (SNV) teilen wir in der SKSF eine gemeinsame Philosophie:

 

Fortschritt ist geprägt durch Innovation. Nicht nur in der Technik und Wissenschaft, sondern zunehmend auch auf der System- und Prozessebene und in der erforderlichen Interoperabilität von Produkten und Dienstleistungen.

Zur Umsetzung von Innovationen eignen sich international harmonisierte Prozesse und normierte, auf Standards aufbauende Systeme. Sie bauen auf dem gemeinschaftlichen und auf Freiwilligkeit basierenden Entwicklungsprozess der International Organization for Standardization (ISO) auf und sind so demokratisch legitimiert. Mit Hilfe von Standards können Produktions- und Absatz-Märkte geöffnet werden und verhelfen grossen und kleinen Unternehmen zu gleich langen Spiessen im internationalen Wettbewerb.

Im Bereich der Finanzindustrie unterstützt die SKSF zusammen mit der SNV solche internationalen Standardisierungen von der Evaluation, über die Entwicklung, bis hin zur Implementation der Standards in den lokalen und grenzüberschreitenden Prozessen und Systemen und der Amwendung in den Produkten und Dienstleistungen im Schweizer Finanzmarkt.

 

Die Standardisierung bildet in der Industrie einen wesentlichen Grundstein für die globale, wirtschaftliche und industrielle Entwicklung.
 

Generelle Vorteile von Normen / Standards

(Sicht der «Schweizerischen Normenvereinigung (SNV)»)

Normen geben Sicherheit, privat wie geschäftlich, denn sie sorgen dafür, dass eines zum anderen passt.

Normen fördern das weltweite Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesellschaft.

Wer die Norm bestimmt, hat den Markt.

Normierung ist Selbstregulierung und damit auch ein Mittel gegen staatliche Regulierung.

Jeder Franken, der in die internationale Normung investiert wird, bringt Vorteile im Wert von CHF 25.

Der volkswirtschaftliche Nutzen der Normung wird auf ungefähr 1 % des BIP geschätzt – für die Schweiz entspricht dies einem Wert von mehr als CHF 4 Mrd. p.a.

Nutzen von Industrie-Standards / Normen

Gemeinschaftliche vereinbarte Normen erlauben …

die Vereinheitlichung von Messgrössen, industriellen Gütern, Fertigungsverfahren und Regelwerken als Grundlage für industrielle Fertigungsprozesse und Dienstleistungen

das Schaffen gemeinsamer sprachlicher Grundlagen für die Kommunikation unter Industrieteilnehmern und ermöglichen den verständlichen Austausch von Informationen

die Vereinheitlichung von Informationselementen und zugehörigen elektronischen Daten.

  • Dies umfasst gemeinschaftlich vereinbarte Definitionen von Begriffen, Klassifizierungen, Codierungen, Nummerierungen, Typisierungen, Formatierungen, Regelwerken, welche in umfangreichen Industrieverzeichnissen bereitgestellt und bewirtschaftet werden
  • Ein typisches Beispiel dafür ist das ISO 20022 Dictionary
     

das gemeinsame Verständnis von industriellen Prozessen

  • Standards schaffen Grundlagen für lokale und grenzüberschreitende Prozesse und Kommunikation
  • Dies erfolgt durch Beschreibung der Prozessmodelle, der erforderlichen Informationsobjekte, der beteiligten Akteure, der Interaktionen, des Daten- und Meldungsaustauschs, alles bereitgestellt und bewirtschaftet in umfassenden Industrie-Repositories wie z.B. das ISO 20022 Repository

die Einigung auf gemeinsame technologische und methodologische Grundlagen

  • Die Entwicklung von Standards basiert auf anerkannten Entwicklungsmethoden, Entwicklungssprachen, Entwicklungstools, Kommunikationsprotokollen oder Syntaxkonventionen
  • Diese bilden die Grundlagen für die standardisierte Bereitstellung und den standardisierten Austausch von Daten unter Industrieteilnehmern und gelangen bei der Entwicklung, Einführung und Wartung von ISO Meldungsstandards zum Einsatz
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